Notfalltherapie
Wann immer der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, ist dies als lebensbedrohlicher Zustand anzusehen. In der Notfallsituation gilt es sofort den Notruf zu wählen, denn nur im Krankenhaus kann die Ursache des Schlaganfalls ermittelt und die richtige Therapie eingeleitet werden!!!
Das sollten Sie tun:
- Wählen Sie bei Verdacht auf Schlaganfall den Notruf 112
- Weisen Sie auf die vorliegenden Schlaganfall-Symptome hin oder äußern Sie den Verdacht auf einen Schlaganfall
- Geben Sie dem Betroffenen nichts zu essen oder zu trinken (Der Schluckreflex kann gestört sein, es droht Erstickungsgefahr)
- Entfernen oder öffnen Sie einengende Kleidungstücke
- Achten Sie auf freie Atemwege – ggf. Zahnprothese entfernen
- Bewusstlose Patienten müssen in die stabile Seitenlagen gebracht werden
- Überwachen Sie Atmung und Puls – setzen diese aus, muss sofort mit Herz-Druck-Massage begonnen werden
- Sprechen Sie umstehende Menschen direkt an und bitten Sie um Hilfe
- Notieren Sie sich den Zeitpunkt, als die Symptome begannen, dies ist wichtig für den Notarzt
Schnelles und richtiges Handeln rettet Minute für Minute Gehirnzellen und damit Leben und Lebensqualität.
Nach der Diagnose durch den Notarzt sollte der Patient vorzugsweise in eine zertifizierte Stroke Unit eingeliefert werden. Die Versorgung auf solchen spezialisierten Stationen reduziert die Sterblichkeit und das Risiko bleibende Schäden erheblich.
In der Akutphase eines Schlaganfalls werden folgende Diagnoseverfahren und Therapien eingesetzt:
Bildgebung (Diagnostik)
Laut Leitlinien für die Diagnostik und Therapie des Schlaganfalls gilt:
- Natives Schädel-CT (CCT) und CT-Angiografie (CTA) ist die wichtigste apparative Untersuchung bei Schlaganfallpatienten und muss unverzüglich durchgeführt werden.
- MRT kann CCT ersetzten, wenn sie rasch zur Verfügung steht.
- Die Erhebung von Routineparametern sowie EKG und Pulsoxymetrie gehören zu den Basisuntersuchungen und sollten bei jedem Schlaganfallpatient durchgeführt werden.
Therapien
Systemische Lysetherapie (Thrombolyse)
Handelt es sich um einen ischämischen Schlaganfall, kann mit einer Thrombolyse versucht werden, das verschlossene Gefäß wieder zu eröffnen. Über die Vene wird Alteplase (rt-PA) verabreicht, welches in der Lage ist ein Gerinnsel in einem verschlossenen Gefäß aufzulösen und somit die Durchblutung des unterversorgten Hirngewebes wieder herzustellen. Diese Therapie sollte so früh als möglich durchgeführt werden, denn mit jeder Sekunde wächst der Infarkt und die Möglichkeit für eine Heilung oder deutliche Reduktion verbleibender Schäden sinkt. Diese Therapie ist in den ersten 4,5 Stunden nach Beginn der Symptomatik zugelassen.
Mechanische Thrombektomie
Methode
Als mechanische Thrombektomie (auch endovaskuläre Schlaganfalltherapie oder mechanische Rekanalisation genannt) bezeichnen man die Wiedereröffnung eines Verschlusses der großen hirnversorgenden Arterien (z.B. der A. cerebri media, siehe Abb. 1 und Abb. 2) mit einem Katheter und anderen über das Gefäßsystem eingebrachten Miniatur-Werkzeugen. Denn ein dauerhafter Gefäßverschluss kann zu einer Hirnschädigung führen, den wir „ischämischen Infarkt“ nennen; d.h. ein Schlaganfall, der Folge einer Blutarmut im Gehirn ist. Das Ausmaß der Schlaganfall-Folgen hängt vom Ort und dem Schweregrad der Hirnschädigung ab. Eine schnelle und komplette Wiedereröffnung des Gefäßes verbessert die Chancen auf ein Leben ohne Behinderung.
Gefäßverschluss der rechten A. cerebri media
nach Rekanalisation der rechten A. cerebri media
Indikation
Eine mechanische Thrombektomie zur Behandlung von Schlaganfallpatienten ist laut Leitlinie empfohlen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
- Ein klinisch relevantes neurologisches Defizit besteht
- Der Verschluss einer großen hirnversorgenden Arterie (im sog. vorderen Hirnkreislauf) in der Computertomographie (CT-Angiographie) oder MRT (MR-Angiographie) nachgewiesen ist
- Die Behandlung spätestens bis zu 6 Stunden nach Auftreten der Symptome begonnen werden kann (Zeitpunkt der Gefäßpunktion).
Neuere Studien konnten zeigen, dass die mechanische Thrombektomie bei ausgewählten Schlaganfallpatienten auch später als 6 Stunden nach Symptombeginn sicher und hochwirksam ist (basierend auf erweiterter Bildgebung: CT-Perfusionsmessungen [CTP] etc.).
Ablauf des Eingriffs
Der Ablauf des Eingriffs ist hier ausführlich beschrieben.

